Selbstverständnis der Loge

Ver-Sacrum_Logenhaus

Selbstverständnis der Loge Ver Sacrum

Die Loge „Ver Sacrum“ versucht seit ihrer Gründung, der Einheit der drei Säulen des freimaurerischen Tempels: Weisheit, Stärke und Schönheit gerecht zu werden:

 

    • Weisheit als wertbezogene Vernunft, intellektuelle Klarheit und Redlichkeit
    • Stärke als Tatkraft, als das konstruktive Vermögen, Ideen auch umzusetzen
    • Schönheit als Gestaltungsprinzip, das ausgehend vom Ästhetischen hinüber reicht in Lebenskunst und Lebenskultur

Dies zusammen bildet Reichtum und Wesen der freimaurerischen Überlieferung und umschreibt auch das Fundament der Loge „Ver Sacrum“. Freimaurerei in diesem Sinne lebendig zu halten und hineinwirken zu lassen in die Gegenwart – engagiert und redlich, ohne Kleinmut, aber auch ohne Überheblichkeit – ist der Auftrag unserer Loge, die sich die Geschichte eines Frühlings zum Gründungsmythos gewählt hat, den die Legende als „heiligen Frühling“, als „Ver Sacrum“ überliefert hat.

 

Humanistische Prägung

Die Freimaurerei bedient sich in ihrer Entstehung verschiedener Traditionen, die in den Logen unserer Zeit zu Freimaurereien unterschiedlicher Prägungen geführt haben: hermetisch-esoterischer, gnostisch-christlicher und auch humanistisch-aufklärerischer Ausprägungen.

Ver Sacrum sieht sich als humanistische, den Werten und Methoden der Aufklärung verpflichtete Loge. Jeder Suchende guten Willens ist uns willkommen, ungeachtet seiner Religion. Die Arbeit am rauen Stein verrichten wir mit Hilfe von uralten Symbolen und auf Basis von zeitlosen Werten, sind dabei aber stets in der Realität verortet.

 

Ritual

Die innere Arbeit unserer Loge wird geprägt durch eine intensive intellektuelle Arbeit sowie durch eine kreative Pflege des freimaurerischen Rituals. Als eine von sehr wenigen Logen in Deutschland verfügt Ver Sacrum über ein eigenes freimaurerisches Ritual. Das von Rudolf Jardon, dem geistigen Stifter der Loge, bereits 1949 auf der Grundlage bestehender Rituale (vornehmlich des Rituals der ehemaligen Großloge „Zur Sonne“ in Bayreuth) erarbeitete Ritual vermittelt auf überzeugende Weise, was ein freimaurerischen Ritual zu leisten vermag:

    • Ethische Erziehung durch Symbole und rituelle Handlungen zu bewirken;
    • Erfahrung von menschlicher Entwicklung durch gemeinsamen Mitvollzug der Initiation neuer Brüder und anderer „Übergangsriten“ (Beförderungen in den Gesellen- und Erhebungen in den Meistergrad) zu vermitteln;
    • Erleben von kreativer Öffnung aller Sinne zu ermöglichen;
    • Impulse zur Auseinandersetzung mit menschlichen Grenzerfahrungen zu geben;
    • Ruhe und Nachdenklichkeit zu fördern.

 

Augenhöhe

Zu den Grundlagen der Loge „Ver Sacrum“ gehört die Beschränkung der Mitgliedschaft auf die alten symbolischen Grade Lehrling, Geselle und Meister. Die freiwillige Konzentration auf die freimaurerischen Grundgrade ist Ausdruck der Überzeugung, dass die für alle Brüder gleiche Initiationsgrundlage vom Lehrling über den Gesellen zum Meister die Gleichwertigkeit der Logengruppe bewahrt. Durch den bewussten Verzicht auf die Bearbeitung von Hochgraden wird erreicht, dass sich die Brüder der Loge auf Augenhöhe zum aufgeklärten Diskurs begegnen und nicht in einem hierarchischen System esoterischer Prägung, wie es in manch anderer Loge praktiziert wird.

 

Partnerschaften

Viele gute Erfahrungen hat die Loge „Ver Sacrum“ mit ihren zahlreichen Kontakten zu anderen Logen gemacht, die den Charakter der Freimaurerei als überregionalen, ja internationalen Freundschaftsbund bestätigen. Höhepunkte waren Auslandsbesuche in England, Luxemburg und den Niederlanden oder Besuche von Brüdern aus dem Ausland bei uns, etwa die Köln-Reise von Brüdern der Großloge von Maine, USA. Seit Beginn der 1970er Jahre gibt es einen Partnerschaftsvertrag mit der Loge „Zur Freundschaft“ in Kassel und der Loge „Zur Treue“ in Berlin, um den Zusammenhalt der Freimaurer in den Vereinigten Großlogen von Deutschland weiter zu festigen. Heute werden Gemeinschaftsveranstaltungen und Arbeiten mit zahlreichen Logen durchgeführt, mal in Köln, mal am Partnerort und der gemeinsame Neujahrsempfang der Kölner Logen unter Einschluss der Freimaurerinnen der Frauenloge „Sci Viam“ gehört zu den markanten Festlichkeiten des Logenjahres.

 

Habicht-Schultheis-Stiftung

Auch den karitativen Verpflichtungen der Freimaurerei stellt sich die Loge „Ver Sacrum“, und zwar mit der aus brüderlicher und schwesterlicher Spendenbereitschaft hervorgegangenen Habicht-Schultheis-Stiftung. Diese gemeinnützige Stiftung hat seit ihrer Entstehung im Jahre 1966 sowohl Brüdern in materieller Bedrängnis geholfen als auch mannigfaltige Unterstützung geleistet, wenn es galt, außerhalb der Loge Not zu lindern und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu fördern.
 
Die Verwaltung der Stiftung erfolgt ehrenamtlich durch ihren Vorstand, die Verwaltungskosten betragen dadurch weniger als 2% des Jahresbudgets. Spenden sind steuerlich absetzbar.

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